Salat aus dem Müll für die Gäule der Stadt

Es gibt so Tage im Leben, an welchem man sich tatsächlich fragt ob der Gaul mit einem selbst durchgeht, oder eher bei den Gestalten um einen herum. Eine weitere Variante wäre dann noch, dass man sich selbst den anderen Gäulen ungewollt angepasst hat. Egal wie herum man es dreht und windet, wenn dem so ist, dann war heute genau so ein Tag.

Anstelle der Parkplätze, Gassen und Wegen müsste demnach alles voller Heu, Möhren und Zucker belagert gewesen sein. Zwischendrin Paarhufer in verschiedenen Farben und Größen, sturer aber auch als Vollpfosten getarnte, sowie auch süße kleine Stuten, mal bissig und dann auch mal wieder Zuckersüß.

Wer nun glaubt, dass dies alles aus einem Frust heraus zu Tage kommt, der Irrt. Denn meist geben genau solche Situationen genug Anlässe, um sich so richtig vor Lachen schier zu kugeln.

Frühmorgens um 6 Uhr bereits schon Fit, wartet Frau mit Kaffee und einem imaginären Einkaufzettel auf den Shoppingpartner. Dieser nannte nie eine Uhrzeit, aber in etwas weiß man, wann es denn los gehen soll. Doch Heute war das anders. Vor der harten Arbeit über die Woche hinweg wurde daher der Matratzenhorchdienst an einem erst trüben Samstagmorgen verdienterweise verlängert. Dumm nur, dass gerade zum Wochenende hin alle anderen Gäule (ähm… Pardon… Leute) erst aus Zeitgründen ebenfalls die Möglichkeit haben ihre Ställe wieder mit Futter aufzufüllen.
Gut, da muss Frau jetzt durch, solidarisch und verständnisvoll, wie ich nun mal bin ertrug ich es mit Fassung.

Gegen 10 war es dann soweit. Die Fahrt im Viehacker (schreibt man das so?) konnte mit Sack und Pack beginnen. Schnell war jedoch klar, das wird kein leichter ritt, die Straßen zu, so manch Gaul verkannte auch noch seine Richtung und sorgte für ein Minichaos und die Ampeln zeigten sich auch nicht gerade von ihrer grünsten Seite.

Die erste Station jedoch recht zügig erreicht, stellte sich nun das durchschreiten des Eingangs, welcher durch automatische Schiebetüren versehen war, als eine noch größere Herausforderung dar, als es der vorangegangene Verkehr hätte je sein können. Vermutlich war ich heute doch etwas zu früh aus dem Bett gestiegen, hatte zu viel Kaffee intus, oder ließ mich, wie schon oben erwähnt, vielleicht von anderen Vierbeinern mit Hufen anstecken. Vor einer verschlossenen Tür stehend wunderte ich mich darüber, weshalb denn gerade jemand herauskam, aber ich nicht herein. Schließlich kenne ich den Baumarkt inzwischen, aber so etwas ist mir noch nicht passiert. Außen herumgehend wurde erst mal an der „richtigen“ Eingangstür einfach vorbeigelaufen, das Ganze einmal zurück, wieder wundernd und dann, beim dritten Anlauf war es schließlich geschafft! Mit Gasflasche in der Hand fand ich schließlich den richtigen Weg und befand mich somit endlich bei der Gas-Tauschbörse. Inzwischen hat sich auch meine Mitfahrgelegenheit hinzugesellt und machte mich kurzerhand darauf aufmerksam, dass eben gesagter Eingang mit einem riesen Zettel versehen war, auf welchem groß und breit „DEFEKT“ gestanden schrieb.

Nun gut, auch das wäre überstanden und wir verließen mit Gas bewaffnet den Markt um uns schließlich weiter ins Getümmel der scheinbar galoppierenden Massen zu stürzen. Endlich ging es dann den Wocheneinkauf, welchen (wie Du ja bereits weißt) für mich schon Grund genug ist, eher kehrt zu machen. Was sein muss, muss eben sein, die Schränke wollen gefüllt und die Boxen gesäubert sein. Aber ein Schluckspecht, der sich hauptsächlich aus Plastikflaschen und Dosen ernährt, wieherte uns nach einer gewissen Zeit piepend an und zeigte uns so, dass er nun papp satt sei, selbst die letzte Plastikration würgte er wieder zu uns zurück. Tja, da nahmen wir uns eben seinen Partner vor, der wohl noch lange nicht genug hatte. Hinterher schreitend, im Schneckentempo, wurden dann auch noch Tante Gerda und Onkel Friedhelm genügend Zeit gewährt, allerdings deren Wege kreuz und quer mit Seitenhieben schien uns nicht angemessen und war auch so nicht geplant. Gäule halt!
Neben den Beiden begegneten wir ähnlichen Schnecken, die ihre Häuser verloren zu haben schienen. Kein Wunder sah es vor dem Discounter aus wie Kraut und Rüben, quer parkend als gäbe es niemals mehr Heu und Stroh. Ach halt, sind ja Schnecken, was essen die denn eigentlich so?

Die Mitfahrgelegenheit hatte allerdings bei dem Rummel auch nichts besseres zu tun als Abkürzungen durch die engsten Gassen zu nehmen und hie und da einfach stehen zu bleiben.

„Naddin komm mal her“

„Hä, was willst denn jetzt“

Guck mal, was hältst davon?“

Ich bald rot wie ne Tomate

Nix, haste schon, lass uns weitergehen, will hier raus“.

Gesagt getan, irgendwann hatten wir für alles gesorgt und kamen wohlbehalten in unserem angetrauten Pferdestall an.

Der Mittag schien vielversprechend, denn es gab etwas zu tun. Ein Urteil des Gerichts Düsseldorfs hat schon am Mittwoch sämtlich Share- sowie Like-Schaltflächen für Nichtig erklärt. Mit so einigen Datenschützern schien wohl der Gaul durchgegangen zu sein, oder auch mit mir, wer weiß das schon. In jedem Fall gilt es dementsprechend zu handeln. Als pflichtbewusste Bloggerin möchte man ja nicht mit dem Gesetzen in Konflikte geraten, noch seinen Besuchern ungewollt ihre Daten abluchsen, was angeblich Plugins und dergleichen gerne tun.
Dumm nur, wenn das Neue längst nicht komplett unter Dach und Fach ist, aber sich so manche Abmahnwillige die Hände reiben und fleißig ihre Blauen Briefe am schreiben sind. Der Eine empfiehlt dies, der andere wieder etwas anderes. Man steht da wie bestellt und nicht abgeholt.
Spätestens in diesem Moment gingen wohl schier die Gäule eher mit mir durch.

Doch noch war der Tag nicht zu Ende, das Abendessen sollte das Highlight des Tages darstellen. Auf dem Speiseplan Brot mit Schinken, Tomaten und Scheiblettenkäse sowie einen fertig gemischten Salat. Allerdings war einer von zwei Grüngewächsen, wie für Pferde gemacht, nicht mehr wirklich Fit, der Müll recht voll, trabte ich mit diesen in den Garten, um ihn schließlich zu entsorgen. Auf dem Rückweg rief mir ne Stute entgegen, ich möge doch bitte den Salat aus dem Müll zurückbringen.

„Hä, ich selbst hab doch keinen in der Hand gehabt“

Von oben aus dem Fenster schauend rief sie: „Doch, das war der Falsche“

Ok, gesagt, getan, nach Luft ringend, den Bauch haltend 2 Stockwerke hinauf ins Gauldomizil, war klar was passiert ist.
Nicht ich, aber die Stute hatte den frischen (eingepackten) Salat in den Restmüll gegeben.
Mit lautem Gelächter boten wir dem Gaul des Hauses daher unseren frischen Salat aus der Tonne an, da er auf seinen verzichten musste. Die Antwort von diesem kam prompt

ICH ESSE NIX AUS DEM MÜLL!

Wo er recht hat, hat er recht, allerdings war dem Salat und seinen Zutaten ja nichts zugestoßen.

Letztlich haben wir verstanden!

„Den Stuten den Müll“

Gut war‘s, die Mägen gefüllt, schmerzen die Bäuche längst nicht mehr vom Lachen.

Beste Nachtruhe wünscht Dir somit

Deine
Oberstute

 

 

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