Lass Dir helfen

Lass Dir helfen!

Wie im vorangegangenen Artikel „Was wenn nix mehr geht„, angestoßen durch die Blogparade von Asteria Simone Melzer, möchte ich heute mein Versprechen einlösen und mit der Reihe fortfahren. 

Dabei bediene ich mich einem nicht ganz so einfachen Thema, dem sich helfen lassen!

Wenn Du wirklich ganz unten bist, dann kannst Du wohl nicht anders. Denn Du sitzt im Grunde nur als eine Art leere Hülle da. Gedanken kommen zwar, aber Du bist regelrecht Handlungsunfähig und die Gedanken verschwinden auch so rasch wie sie angekrochen kamen. Doch eine Frage wird in dir stets bleiben: „Ist das alles richtig so?, Was soll ich tun?, welchen Sinn hat das Ganze noch? usw, usw.

Also groß sich wehren können ist erst einmal nicht und selbst wenn, dann lass es bitte! Dein engeres Umfeld wird es früher oder später bemerken und wenn sie ehrlich sind, dich an die Hand nehmen. Dir Vorschläge machen, wie ihr gemeinsam vorgehen könnt und MIT DIR auch diesen Weg gehen. Hast Du dieses Glück, dann lasse dich bitte fallen (sofern du doch noch etwas Kraft zur Wehr hast).

Mache dir dabei keine Gedanken wie du ankommen könntest, oder dein Gegenüber dich überhaupt verstehen wird.

Ein Leihe, wie eventuell Freunde und Familie wird genau oben genanntes mit dir tun und dich zu einem Fachmann/Frau führen wollen. Während Experten direkt durch deine Mimik, Haltung, Aussagen sofort sehen, was Sache ist. Bleib Du selbst, verbiege dich nicht, auch dann, wenn dir kein einziges Wort zu deiner Situation über die Lippen kommt.

Aus eigener Erfahrung weiß ich natürlich, wie schwer das alles ist. Allein schon überhaupt zu erkennen, dass man in einem Burn-Out oder Depression steckt ist schier unmöglich. Aber gerade in solchen Fällen ist es immens wichtig, sich Hilfe zu holen. Wie auch immer Du das beginnen möchtest, egal!, Hauptsache Du tust es! Hier gilt auch, lieber einmal Zuviel als gar nicht, denn das kann unter Umständen im wahrsten Sinne des Wortes, dein Leben kosten. Wenn man erst in einer Art depressiven Delirium steckt, weiß man nicht, was man da tut.

Ich möchte Dir gewiss keine Angst machen und ich hoffe inständig, dass es bei dir noch nicht soweit ist wie eben beschrieben, aber es liegt mir einfach zu sehr am Herzen, da ich es selbst erlebt habe und glaube mir, wenn du erst mal realisierst was Du da vor hattest oder hast, ist das ein zusätzlicher Schock. Mit jemanden reden möchte man dann eigentlich nicht, weil peinlich und unangenehm und du  bist dann eh der Meinung, dir glaube man nicht.

Also, egal in welchem Stadium Du bist, wenn dir Hilfe angeboten wird, dann nimm sie bitte an.

 

Was erwartet dich?

Kommst Du zum Arzt (und wenn es anfangs nur dein Hausarzt ist) wird dieser in der Regel direkt erkennen wie es um dich steht. Dabei musst Du noch gar nicht mal viel erklären, sollte es dir genauso schwer fallen, wie mir damals.

Korrekterweise wird er dich (soweit er selbst keine psychologische Ausbildung hat) weiterleiten. Je nach Möglichkeiten und Art deiner Situation entweder zu einem Psychiater, Psychotherapeuten oder vielleicht sogar direkt in eine Psychosomatische Klinik. Dort wird dann im Normalfall sich dir voll und ganz angenommen. Durch Gespräche (Psychotherapie) geht man mit Dir gemeinsam an die Wurzeln des Problems, arbeitet mit Dir Gegenmaßnahmen aus und lässt dich meist einfach nur erzählen. Denn ist erst einmal das Eis gebrochen, wird es wie ein Wasserfall aus Dir heraussprudeln und Du wirst nicht mehr wissen wo du aufhören sollst :-).

In ganz besonderen Fällen wirst Du auch Medikamente wie Antidepressiva, Schlafmittel e.c.t. bekommen. Keine Angst, jeder vernünftige Dok. wird  dies mit Vorsicht anwenden. Grund für die medikamentöse Behandlung ist meist die, dass der Arzt/Therapeut mit dir überhaupt arbeiten kann, nicht mehr und nicht weniger.

Beispielsweise reichten bei mir leichte Beruhigungsmittel für die Nacht für ca. 4 Wochen. Das ist immer alles individuell abhängig.

 

Therapien

Neben Psycho- und Gesprächstherapien gibt es dann noch weitere Therapieformen um dich wieder aufzurichten.

Meist im Rahmen eines Klinikauffenthaltes (egal ob Ambulant oder Stationär) gibt es noch die Ergo-, Kunst-, Musik-, Haushalts-, Arbeits- und Gruppentherapien.

Du wirst nicht jeder beiwohnen müssen, da diese das Ziel verfolgen dein Selbstvertrauen zu stärken, wieder aktiver zu werden und strukturierter dein Leben zu gestalten. Aber auch fließend einhergehend wirst Du Fertigkeiten und Fähigkeiten ausbauen oder gar neu entwickeln. Dabei wird darauf geachtet was dir auch liegen könnte.

Die Therapien waren für mich die hilfreichsten und besten formen, um wieder aufstehen zu können und an Lebensfreude zu gewinnen. Sie trugen größtenteils dazu soweit bei, dass ich das erlernte mit in meinen Alltag genommen habe und sich dadurch mein Leben immer mehr zum Positiven verändert hat.

 

Entspannung

Du wirst schnell merken, dass Niemand Druck oder dergleichen bei all den Aktionen auf dich ausüben wird. Du wirst spüren wie gut dir das tut und du wirst Dankbar sein aus der deiner alltäglich Umgebung weg zu sein.

Unterstrichen und unterstützt wird dies aber noch (je nach Institution) durch gezielte Entspannungsübungen und für das bewusstere wahrnehmen die Achtsamkeitsgruppe. Gerne werden dabei Muskelent- und Anspannungstechniken verwendet.

Ich habe es genossen!

 

Bewegung

Nach der Entspannung ist vor der Entspannung und dazwischen geht’s dann auch mal etwas sportlicher zur Sache. In der Sporttherapie wirst Du beispielsweise mit sanfter Gymnastik, Geschicklichkeitsspielen und Konzentrationstraining auf Trab gebracht.

Soweit angeboten gibt es auch Fitnessräume, Schwimmbäder, Tennistische und dergleichen, sowie gemeinsames Nordic Walking an der frischen Luft.

 

Neurologische Untersuchungen

Neben all dem ganzen scheinbar tollen Sachen, gibt es natürlich auch wirklich unangenehme Situationen, durch die man leider muss. So wirst Du wohl kaum um MRT, EKG, Wiegen, Blutdruck messen, Blutentnahme, Reflex- und Ganzkörperabtasten nicht herum kommen. Lästig aber muss sein, um körperliche Symptome auszuschließen bzw. gleich mit behandeln zu können.

 

Mein Schlusswort

Vieles von mir beschriebene, insbesondere die Therapieformen, taten mir persönlich sehr gut und waren ein Segen. Aber wie oft erwähnt ist das individuell zu betrachten. Bei allem kommt es immer darauf an wie du Tickst und worin dein anfängliches Problem bestand. Durch Gespräche mit Gleichgesinnten weiß ich, dass es bei weitem nicht jedem so erging wie mir.

Auch möchte ich klar darauf hinweisen, dass oben genanntes aus meiner persönlichen Erfahrung entsprang und Situations- sowie Institutionsabhängig ist.

Das gleiche gilt auch bei den körperlichen Untersuchungen, einfach alles Individuell.

Dennoch hoffe ich, Dir mit diesem Beitrag wieder ein Stückchen weiterhelfen zu können, vielleicht sogar Mut zu machen.

ES IST DEIN LEBEN

WERFE ES NICHT EINFACH WEG

UND LASS DIR HELFEN

 

In diesem Sinne, Dir alles Glück der Welt und bis zum nächsten Beitrag

 

deine

 

Nadine

 

 

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das:

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen