Kuriositäten des Internets

An einem Tag in dieser Woche stand mal wieder ein Treffen zwischen Gitta Gitarre und mir statt. Kindergeburtstage wollten vorbereitet werden und so ging es Richtung Stadtmitte.
Gitta erzählte mir währenddessen, dass auf ihrem Weg zum Abenteuer, sie weitere unfassbare Erlebnisse erfahren musste. Angefangen von Pöbeleien fremder Passanten, denen es einfach nicht schnell genug sein konnte, sowie über Autofahrer, welche wohl ihren Führerschein im Lotto gewonnen hatten und sie (trotz ihres richtigen Verhaltens) angemotzt wurde.
Gitta sind solche Gegebenheiten recht fremd, dementsprechend bestürzt lief sie so neben mir.

Außerdem erzählte sie mir, dass sie einen Termin bei einem Facharzt bräuchte und gehört habe, dass hier einer in der Nähe sei. Wir fanden ihn dann auch, doch was uns da erwartete war irgendwie kurios, soll zukünftig aber wohl Gang und Gebe werden.

Gleich an die Reihe wurde sie von einer Freundlichen Dame mit den üblichen Fragen (wieso, weshalb, warum) konfrontiert. Woraufhin sie allerdings meinte, erst einen freien Termin im Juni zu haben. Gitta und ich schauten uns an und dachten wohl das selbe in diesem Moment: „Klar, Facharzt, da muss man wohl immer noch warten und noch dazu als Kassenpatient“, wobei letzteres die freundliche Dame am Empfang noch gar nicht wissen aber wahrscheinlich erahnen konnte.
Doch dann wendete sich das Blatt auf einmal. Die Arzthelferin gab uns deren Visitenkarte und bat Gitta doch über das Formular im Internet einen Termin zu vereinbaren, denn hier könne sie bereits noch im April einen erhalten. Die Verdutztheit war uns wohl anzusehen, blieb aber weitgehendst unkommentiert.
Sicherlich irgendwo nachvollziehbar der Arbeit und des Aufwands wegen, dennoch gibt es eine Reihe von Menschen die heute noch nichts mit dem WWW wirklich anfangen können. Gitta gehört genau so dieser Gruppe und war dementsprechend verunsichert und wusste zunächst nicht was sie tun sollte.

Wir gingen zunächst weiter, besorgten unsere Geschenke und fuhren danach mit dem Bus zu mir. Das was die Arzthelferin bereits vermutete wurde Realität. Sehr Zeitnah bekamen wir tatsächlich per Netz noch einen freien Termin im April und waren mehr als verwundert, dass wir sogar eine gute größere Auswahl in diesem System vorfanden.

So toll das WWW aus meiner Sicht auch sein kann, weiß ich nicht so recht wie ich das alles finden soll. Zumal ich selbst ebenfalls auf ein Ereignis zurückblicken kann, als ich einst eher per E-Mail als via Telefon an eine Person herankam. Einfach nur Kurios.
Wobei an andersherum ich tatsächlich (und zum Glück) mancherorts nur Persönlich aufzuschlagen brauche.

Derzeit muss man sich sowieso langsam aber sicher fragen in wie weit das Netz noch wirklich taugt. Nachdem der FB-Button nun verboten wurde und die Nutzung von Google Analytics auf einmal ebenfalls illegal zu sein scheint (außer man schließt direkt einen Vertrag mit Google – wie auch immer dieser aussehen mag), aber auf der anderen Seite über seine eigenen Daten via Impressum bestimmt wird, beißt sich doch die Katze ziemlich oft selbst in den Schwanz.

Dann wären da allerdings noch all die kuriosen Menschen, welche sich im Netz und vor allem auf Facebook so tummeln. Hier reicht lediglich ein weibliches Gesicht, um direkt von unaussprechlichen Namen als Sexy betitelt zu werden und eindeutige Anmaßungen von sich zu geben.
So mancher meint sogar sehr Charmant sein zu müssen und Dir durch unzählige Komplimente sich die Finger wund tippt, dabei kennt er (oder auch sie) Dich nicht mal richtig bis gar nicht).
Während mir Facebook währenddessen anzeigt, dass ich angeblich zu lange brauche, um auf solcherlei Nachrichten zu reagieren, stelle ich mir bei genannten Personen stattdessen eine grüße, eklige, sich stetig vergrößernde Schleimspur vor. Der Fragende versucht über diese zu mir zu gelangen, rutscht dabei ständig aus und verfehlt meist sein Ziel. Am Ende dieser grünen Grütze warte allerdings schon ich mit Pfeil und Bogen, welchen ich beizeiten und nähertreten des Protagonisten durchaus auch einzusetzen weiß. Mitten in die Stirn soll es treffen, damit das Gehirn mal so richtig durchgeschüttelt wird.
Ich weiß, klingt makaber, aber das übliche „Brett vor dem Kopf“ scheint mir doch etwas zu abgedroschen.
Natürlich würde ich nie jamanden ermorden wollen, schon gar nicht auf diese Art und Weise.

Bedient man sich diverser Werbestrategien, die von so einigen Marketern angepriesen werden und ist dabei noch konkreter wie nie, dann frag ich mich ebenfalls mit was für Menschen sie so agieren. Unaussprechliche Namen aus unaussprechlichen Ländern finden sich da plötzlich ein. Meist ohne weitere Konversationen oder sonstigen Reaktionen. Das bereuen für so etwas Geld und Zeit ausgegeben und verwendet zu haben stellt sich schnell ein.

Dabei sollte es gerade in einer Zeit, welche durch Nachrichten und Medien sowieso schon massenüberflutet ist, normal sein, nur dies zu liken was einem auch wirklich zusagt bzw. zumindest all jenen zu folgen, deren Sprache man auch versteht. Blindgänger braucht hier wohl niemand, doch die Zeichen im World Wide Web stehen da wohl anders.

Eigentlich müsste man sich hier wirklich eher fragen was für Leute dahinterstecken. Denn unsere heutige Technik wir schließlich durch Jene bedient, wie viel Gehirnmasse mag da wohl in so jemanden noch vorhanden sein.
Eben kurios, wie das Leben es nun manchmal auch ist.

So wirklich auffallen tut es einem erst dann, wenn man, so wie ich diese Woche, sich dem Ganzen etwas entzieht. Nicht bewusst, aber dafür mit großem Aha-Effekt behaftet merkte ich (als selbst ernannte Internet-Junkie/in – oder wie das heißt) mal wieder, wie wenig ich eigentlich verpasst und dafür viel tolles anders erlebt habe.
Keine Frage, trotz der Kuriositäten, welche ich wohl teils nie wirklich verstehen werde, bleibe ich dem Netz natürlich treu. Denn auch meine Neugierde will weiterhin gestillt werden.

 

 

Weitere Kuriositäten gibt’s auf Facebook, in der neuen Blogger-Gruppe sowie auch auf Twitter.

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