Das lange Warten

Es ist ca. 13:30 Uhr deutscher Zeit und ich warte, warte und warte – bereits seit geschlagenen 24 Stunden auf ein angekündigtes Paket. Schön, wenn man sich nicht auf die Angaben des Dienstleisters verlassen kann, dabei bin ich eigentlich die Geduld in Person und stelle das Menschliche stets in den Vordergrund. Schließlich sind wir alle keine Maschinen, auch wenn diese immer häufiger das Ruder zu übernehmen scheinen. Doch was in dieser Zeit des Wartens tun? Klar, erst einmal weiter warten und hoffen, dass der Bote nicht ausgerechnet dann klingelt wenn man sich unter der Dusche befindet oder gar außer Haus etwas zu erledigen hat.

Triefend nass, schon halb eingeseift und es klingelt – shit, dem kann ich doch so nicht entgegentreten, außerdem sind die Witterungsbedingungen derzeit nicht wirklich dafür angebracht schier schwimmend vor die Tür zu treten. Auf der anderen Seite wäre es mal ein abwechslungsreiches Bild im Hausflur, neben Hundehaaren des Nachbars schlierende Seifenspuren aufzufinden. Das Schlittschuhlaufen hätte somit ebenfalls einen neuen Standard und würde mit Sicherheit für viel Furore sorgen. Der Mann mit dem Paket hätte zwar ein Problem die Stufen zu meinem Reich erklimmen zu können, aber da ich ihm ja entgegenlaufen würde, um ihm die Last zumindest etwas zu nehmen, braucht es seinerseits nicht ganz so viel Aufwand. Nebenbei hätte er noch etwas mehr Bewegung als immer nur schleppen, fahren, laufen sowie kurze Plaudereien. Ich würde also mit dieser Aktion garantiert für Abwechslung und Bewegung aller Beteiligten, die des Weges kommen, sorgen. Gar nicht schlecht, oder?

Nun gut, das Paket wird sich noch einfinden, aber die Frage was man alles tun kann, während man wartet bekomme ich hin und wieder tatsächlich von verschiedenen Seiten gestellt. Hintergrund dieser sind allerdings meist die Tatsache, dass ich alleine lebe, sprich ohne Kind und Kegel. Nicht das ich es mir so herausgesucht habe, dennoch tendiere ich einfach eben dazu, dass jeder das Beste aus seiner Situation machen und sein Leben leben sollte, wie es sich nun mal anbietet.
Die Frage ist also durchaus von einigen Menschen mehr als ernst gemeint, meist von all jenen, welchen sich die Vorstellung entzieht überhaupt alleine wohnen und letztlich leben zu können. Bevor diese sich überhaupt damit wirklich auseinandersetzen suchen sie bereits nach ihrem nächsten Opfer der Begierde oder aus der Angst alleine bleiben zu müssen.

Ob mit oder ohne Anhang sollte nach meinem empfinden sowieso jeder sein Ding durchziehen. Es braucht schließlich nur gegenseitige Kompromissbereitschaft in partnerschaftlichen sowie familiären Beziehungen, sonst nix. Andernfalls läuft da wohl dann gewaltig etwas schief, aber das soll heute nicht unser Problem sein. Vielmehr geht es darum, zu zeigen und zu inspirieren was man alles so zu Hause tun kann.

Neben Haushalt, Computer und TV sind die Möglichkeiten schier unbegrenzt. Es folgen nun ein paar Handlungen meinerseits auf welche (Un)Verrücktheiten ein jeder so kommen kann.

Den Anfang macht, wie im Beitragsbild bereits angedeutet, das Malen. Dafür muss man keineswegs Profi sein, wie ich vor einiger Zeit am eigenen Leib teils schmerzlich erfahren durfte. Doch seitdem gibt es kein halten mehr und die meist abstrakte Kunst gehört zu meinem Leben dazu. Malen ist nicht gleich Malen, Du kannst z.B. auch zeichnen, ob mit Kreide, Kohle, Bleistift und was es da sonst noch so gibt. Selbst unter den so genannten Nasstechniken gibt es wieder einige verschiedene Ausführungen und Möglichkeiten. Da wären Aquarell, Wasser- Fingerfarben, Acryl und, und, und. Ausprobieren und dann kannst Du immer noch sagen „Nee, nix für mich“. Wichtig, lass den Perfektionismus zu Hause in der Hölle, wo er meist herkommt und Dir nur den Weg verbaut.

Für die Meisten zum Alltag gehörend ist die liebe Musik, ob hören oder im Fernsehen sehen, sie ist allgegenwärtig. Doch wie wäre es, wenn Du selbst zum Instrument greifen würdest? Aller Anfang ist erst einmal schwer, aber legt sich dafür umso schneller, die Lust steigt und die Motivation nimmer mehr und mehr an fahrt zu, dafür gebe ich Dir Brief und Siegel. Sollten dich die Kosten für ein eigenes Hand-Ton-Spielgerät abschrecken, so gibt es auch hier dutzende Alternativen wie beispielsweise das ausleihen oder zu Beginn deiner musikalischen Kreativität tuts auch ein gebrauchtes bzw. günstiges Starter-Instrument, Interesse natürlich vorausgesetzt.

Da ich nun kein Unmensch sein möchte beruht sich mein nächster Impuls auf all jene, die mit Kind und Kegel zugegen sind. Natürlich bist Du in diesem Fall anderweitig mehr eingebunden und benötigst für die alltäglichen Dinge des Lebens weitaus mehr Zeit als ein Single. Doch auch hier kann ich für Abhilfe sorgen. Binde deine Kids mit ein und veranstalte mit ihnen ein Erlebnis-kochen, dabei dürfen selbstgemachte Gerichte schon mal probiert werden, sich an Dekoration versucht und liebevoll der Tisch gedeckt werden. Übrigens wirst Du auch beim Malen mit deinen Lieben die größte Freude haben.

Sport ist keineswegs Mord und muss auch nicht immer so ausgeprägt absolviert werden, wie so manch selbsternannter Profi gerne angibt. Auch hier hast Du immer die Wahl ob allein, zu zweit oder zu zehnt. Meine persönlichen Favoriten sind hierbei mein heißgeliebtes Laufband, Gassi gehen mit der Schwester und dessen Hündin am späten Abend, etwas Krafttraining oder gar ein Wellnesstag im Schwimmbad inklusive Dampfgrotte, Wirlpool und warmen Salzwasser.

Dir reicht das alles noch nicht? Kein Problem, werde doch noch einmal so richtig kreativ und erlerne eine weitere Technik. Zum Bleistift kannst Du beginnen dich mit Weidenzweigen und Peddigrohr zu beschäftigen. Damit lasssen sich herrliche Körbe flechten, Tabletts herstellen und sorgt so für wirklich persönliche Goodies für Freunde und Familie. Für dieses Jahr werde ich beispielsweise die Osterkörbchen für meine Neffen und Nichte selbst herstellen, so etwas individuelles und an ihren farblichen Vorlieben angepasst, werden sie diese nie in einem Laden finden.

Du siehst, egal in welcher Lage zu steckst, es gibt unendlich viele Möglichkeiten das Warten sinnvoll zu überbrücken und dabei sogar noch Dein eigenes, vielleicht noch verstecktes, Potenzial zu entfalten. Probier es einfach aus und ich garantiere Dir, dass dein Umfeld alles andere als abneigend zu Dir sein wird, ganz im Gegenteil.
Nicht zu vergessen ist auch die Tatsache, dass sich, ob Du es willst oder nicht, dein Selbstvertrauen mit der Zeit Purzelbäume schlagen wird.

In diesem Sinne:
Warte nicht, sondern Handle!

 

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