Adventskalender 06/2016: Nikolaus

Ein Tag an welchem es leicht ist einen geeigneten Text zu kreieren. Das Internet wimmelt bereits seit den frühen Morgenstunden von Nikolausgrüßen, Bräuchen und Geschenken.

Geschenke gibt es es heute zwar hier nicht, aber ich freue mich sehr, dass ich gestern eine Gewinnerin für die Future Trance küren durfte.
Im verlauf diesen Monats wird es allerdings noch das Ein oder Andere für Jung und Alt zu ergattern geben.

Doch wenden wir uns zunächst dem heutigen Nikolaustag zu.

Bei uns wird schon jeher der Tag so begangen, dass gegen 17 Uhr Abends des 6. Dezember die Stiefel geputzt und vor die Tür gestellt wird.
Irgendwann klopft oder klingelt es an der Tür und die Stiefel sind gefüllt.
Den Nikolaus hört und sieht man nie.

Doch gibt es verschiedene Bräuche. Bei manch einem kehrt der Rote Mann mit langem weißen Bart direkt ins Heim ein und liest aus seinem goldenen Buch.
Manchmal bringt er seinen Kumpel den Knecht Ruprecht mit, welcher eher für die unartigen zuständig ist und diese lediglich mit einer Rute beschenkt.
Doch halte ich von diesem Mann ehrlich gesagt nicht so viel. Angst machende Wesen haben für mich in der Adventszeit einfach nix zu suchen.

Viel schöner hingegen geht es wieder bei manch anderen zu. Denn hier werden bereits am 5. Dezember die frisch geputzten Stiefel in den Flur gestellt, diese sind dann am Morgen des 6. schon gefüllt. Das kleine oder auch große Kind kann sich somit schon den ganzen Tag mit Süßigkeiten, Mandarinen und Nüssen sowie eventuellen Spielzeug erfreuen.

In den Weihnachtsmärkten und Einkaufläden läuft an diesen Tagen ebenfalls der Nikolaus umher und verteilt seine im Sack befindlichen Gaben an die Kleinen aus.

Andere Länder andere Sitten. Mir sind leider nicht alle bekannt, aber ich bin mir sicher, dass es anderswo noch einige weitere Bräuche gibt. So wird in manchen Breitengraden der heilige Sankt Nikolaus anders benannt. Ähnlich wie beim Weihnachtsmann, der angeblich anstelle des Christkindes die Geschenke an heilig Abend bringt.

Je nach Gebiet kann es zu Abweichungen kommen, was ziemlich spannend sein kann.

Abschließend möchte ich dir noch ein Weltbekanntes Gedicht niederschreiben.

 

Knecht Ruprecht

Von drauß vom Walde komm’ ich her;
ich muss euch sagen, es weihnacchtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein sitzen;
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
Und wie ich so strochlt’ durch den finstern Tann,
da rief’s mich mit heller Stimme an:
„Knecht Ruprecht“, rief es, „alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
alt’ und junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn’;
und morgen flieg’ ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder Weihnachten werden!“
Ich sprach: „O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist.
Ich soll nur noch in diese Stadt,
wo’s eitel gute Kinder hat.“ –
„Hast denn das Säcklein auch bei dir?“
Ich sprach: „Das Säcklein, das ist hier.
Denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
essen fromme Kinder gern.“ –
„Hast denn die Rute auch bei dir?“
Ich sprach: „Die Rute, die ist hier;
doch für die Kinder nur, die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten.“
Christkindlein sprach: „So ist es recht;
so geh mit Gott, mein treuer Knecht!“
Von drauß vom Walde komm’ ich her;
ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich’s hierinnen find’!
Sind’s gute Kind, sind’s böse Kind?

(von Theodor Storm aus dem Buch „Das große Weihnachtsbuch“ aus dem Pestalozzi Verlag)

 

Ich bin mir sicher, dass ich es nur mit guten Kindern, also dir, zu tun habe und die Rute getrost eingepackt bleiben kann.

In diesem Sinnen wünsche ich dir einen prallgefüllten Stiefel

deine
Nadine

 

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